WB Sportpark Ismaning

WB Neubau Sportpark Ismaning
 
Wettbewerb: 2. Preis
Art: Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren 2015      
Auftraggeber: Gemeinde Ismaning und TSV Ismaning
 
Konzept
 
Ein gestalterisch einheitlicher Gebäudekomplex bildet städtebaulich das Entrée für den Sportpark Ismaning. Durch eine besonders kompakte Form wird Außenfläche gewonnen, die zur Lenkung der Besucherströme bei großen Veranstaltungen eine wichtige Funktion für die gesamte Erschließung übernimmt.
 
Sowohl Sporthalle als auch die Rollsportbahn stellen sich trotz der Kompaktheit als Eigenfunktionen identitätsstiftend dar, obwohl sie einen gemeinsamen Eingang haben. Über den Foyerbereich kann man sich übersichtlich nach Norden zur Sporthalle oder nach Süden zur Rollschuhbahn verteilen.
 
Durch die Stellung des Baukörpers entsteht eine trichterförmige einladende Geste mit einem großzügigen belebten Vorplatz mit Restaurant / Caféterrassen, Behindertenparkplätzen und Fahrräderstellflächen. Die entstehenden Freiflächen sind funktional klar definiert, damit wird jeder Bereich des Grundstücks optimal ausgenutzt. Der Platz übernimmt eine gesellschaftliche Funktion für Austausch, Kommunikation und Begegnung.
 
 
Städtebau und Außenanlage
 
Der kompakte Baukörper ist der Hauptakzent und Mittelpunkt des Ismaninger Sportparks. Da bei Veranstaltungen mit sehr vielen Besuchern zu rechnen ist, wurde eine plakativ übersichtliche Orientierung über entsprechend gestaltete große, klare Freiflächen als wichtige Voraussetzung für möglichst reibungslose Funktionen entwickelt. Der Oberflächenbelag der Außenanlage korrespondiert im Eingangsbereich mit dem des Foyers und hilft damit bei der Lenkung der Besucherströme.
 
Das gesamte Ensemble wird in ein landschaftlich gestaltetes Umfeld eingebunden. Vor allem die Rollbahn-Zuschauertribüne wird selbst zum Bestandteil der leicht hügeligen Landschaft.
 
Die Vorgabe des Masterplans mit der Fortentwicklung des „Auwaldes“ auf dem westlichen Grundstück wird gerne aufgegriffen und als Vorschlag weiter kultiviert zu einem flachen Hügel mit intensiver Bepflanzung, analog der Einbettung der Tennisplätze im Norden als „optische“ Schallschutzmaßnahme.
 
Die sanfte Bodenmodellierung erhöht die räumliche und akustische Distanz zu den Lärmquellen der Nachbarschaft und ermöglicht zugleich eine stufenfreie Anbindung der dreiseitig das Rollfeld umschließenden Tribünen mit Schwerpunkt auf der Längsseite.
 
 
Erschließung
 
Der Gebäudekomplex ist von allen Himmelsrichtungen gut erreichbar.
Alle Besucher kommen durch die Gestaltung geführt zum Vorplatz des neuen Ensembles mit dem überdachten gemeinsamen Eingang für beide Hauptnutzungen der Sporthalle und der Rollbahn. Von hier verteilen sich die Besucher vom Eingangs-Foyer Richtung Norden zum Sportbereich und nach Süden zum Bereich der Rollschuhbahn.
 
Die Sporthalle ist eingeschossig in die Erde eingegraben. Dies ist ein Vorteil besonders für die 800 Besucher auf der Tribüne, die ebenerdig ihre Plätze erreichen können. Die Sportler gehen eine Etage nach unten direkt zu ihren Umkleiden, die sich auf Hallenniveau befinden. Die WCs der Besucher sind auf Eingangsniveau und teilweise behindertengerecht.
 
 
Bauabschnitte
 
Eine bemerkenswerte Vorgabe für den Wettbewerb ist die gewünschte Erstellung in 4 Bauabschnitten, die jeweils eine in sich schlüssige Lösung darstellen sollen. Diese Forderung hat letztlich den Ausschlag zu der vorgeschlagenen kompakten Konzeption ergeben, an die jeweils in einfacher Weise angebaut werden kann ohne Störung der Gesamtform und auch des laufenden Betriebs.
 
 
Material, Konstruktion und Tageslicht
 
Das Gebäude soll eine einladende Geste vermitteln mit der Botschaft von Transparenz, Nachhaltigkeit und Ökologie.
 
Da die Halle versenkt ist, bietet sich eine weisse Wanne mit einer dicken, schweren Bodenplatte an, um einen evt. Auftrieb genügend Gegengewicht zu verleihen. Als leicht aufgehellter Sichtbeton soll sich dieses Material auch außen zeigen, allerdings unterbrochen von transparenten Holzpfosten-Riegel-Konstruktionen mit 3-fach-Verglasungen. Die Dächer sind aus industriell hergestellten immer gleichen Holzelementen konstruiert.
 
Durch die statisch sich ergebende Fischbauch-Form ergibt sich ein luftiger, schwebender Gesamteindruck. Die gleiche Konstruktion ist auch für den 4. Bauabschnitt des Rollbahndaches vorgesehen. Bedingt durch die große Zahl von gleichen vorfabrizierten, industriell hergestellten Elementen aus Holz ist die Aufstellung des Daches der Rollbahn im 4. Bauabschnitt in kürzester Zeit und mit wenig Störung des laufenden Betriebs möglich. Das Sporthallendach und das Rollbahndach sind somit im Erscheinungsbild sehr ähnlich und bilden damit das gewünschte architektonische Ensemble ohne Identitätsverlust der beiden Vereine.
 
 
Wirtschaftlichkeit
 
Durch die Vielzahl immer gleicher Holzelemente ergibt sich unter Berücksichtigung der 3-fach-Funktion von Statik, Hülle und Abhängdecke ein besonders günstiger ökonomischer Faktor, mit einer überzeugenden ästhetischen Wirkung. Die Feuerwiderstandsklasse ist durch die Größe der Querschnitte des Holzes für die Hallennutzung ausreichend bemessen.
 
 
Farbe
 
Die Farben der beiden Vereine spiegeln sich im Innenausbau wider und können deshalb in den Plänen zum Wettbewerb nicht dargestellt werden, z.B. die Theken der Gastronomie – Regale und Bestuhlung und farbige Wände.
 
 
Energie / Ökologie
 
Die vergleichsweise kompakten Baukörper ermöglichen ein gutes A/V-Verhältnis und sind Voraussetzung für die problemlose Erfüllung der ENEV 2014; bei Bedarf und Auslegung ist auch eine Unterschreitung um 30% weiterhin möglich im Vorgriff auf künftige Energiestandards, die Dämmung kann dahingehend ausgelegt werden.